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Atlantis
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Atlantis (altgriechisch áźĎΝινĎá˝śĎ Î˝áżĎÎżĎ AtlantĂŹs ná¸sos âInsel des Atlasâ) ist ein mythisches Inselreich, das der antike griechische Philosoph Platon (428/427 bis 348/347 v. Chr.) in der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. als Erster erwähnte und beschrieb. Es war laut Platon eine Seemacht, die ausgehend von ihrer âjenseits der Säulen des Heraklesâ gelegenen Hauptinsel groĂe Teile Europas und Afrikas unterworfen hat. Nach einem gescheiterten Angriff auf Athen sei Atlantis schlieĂlich um 9600 v. Chr. infolge einer Naturkatastrophe innerhalb âeines einzigen Tages und einer unglĂźckseligen Nachtâ untergegangen.
Bei Atlantis handelt es sich um eine in Platons Werk eingebettete Geschichte, die â gleich den Ăźbrigen Mythen Platons â eine zuvor aufgestellte Theorie anschaulich darstellen soll. Der Hintergrund dieser Geschichte ist umstritten. Während Althistoriker und Philologen fast ausnahmslos eine Erfindung Platons annehmen, die durch zeitgenĂśssische Vorbilder inspiriert wurde, vermuten manche Autoren einen realen Hintergrund der Geschichte und unternahmen unzählige Versuche, Atlantis zu lokalisieren (siehe dazu den Artikel Lokalisierungshypothesen zu Atlantis).
Bereits in der Antike wurde eine mĂśgliche Existenz von Atlantis diskutiert. Während Autoren wie Plinius der Ăltere bestritten, dass es das fragliche Inselreich gegeben habe, hielten andere, beispielsweise Krantor, Poseidonios oder Strabon, die Existenz fĂźr denkbar. Auch die ersten Parodien des Themas entstanden bereits in der Antike.
Im lateinischen Mittelalter geriet der Mythos Atlantis mehr oder weniger in Vergessenheit, bis er schlieĂlich in der Renaissance wiederentdeckt und verbreitet wurde, da die Gelehrten in Europa nun wieder Griechisch verstanden. Platons Schilderungen inspirierten die utopischen Werke verschiedener frĂźhneuzeitlicher Autoren, wie etwa Francis Bacons Nova Atlantis. Bis heute wird das literarische Motiv des Atlantis-Mythos in Literatur und Film verarbeitet (siehe dazu den Artikel Atlantis als Sujet).
Contents
⢠Atlantis
⢠Ur-Athen
⢠Deutung
⢠Antike
⢠Neuzeit
⢠Siehe auch
⢠Antike Rezeption
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Beschreibung von Platon
Platon beschreibt die Insel Atlantis in seinen um 360 v. Chr. verfassten Dialogen Timaios und Kritias. Der Kritias blieb unvollendet. In diesen Werken lässt der Autor die beiden Politiker Kritias und Hermokrates sowie die Philosophen Sokrates und Timaios von Lokroi aufeinandertreffen und diskutieren. Auch wenn es sich dabei um historische Personen handelt (obgleich nur die ersten drei belegt sind),cite-ref-mor-1-0[1] sind die ihnen von Platon zugeschriebenen Gespräche fiktional. Der Sokratische Dialog wird hier als rhetorische Figur eingesetzt und soll Platons Lehraussagen dadurch ßberzeugend vermitteln, dass die Lehrsätze nicht dogmatisch vorgegeben, sondern vor den Augen des Lesers dialektisch entwickelt werden. Während das Thema Atlantis im Timaios nur kurz angerissen wird, folgt im Kritias eine ausfßhrliche Beschreibung des Inselreichs.
Die beiden Atlantis-Dialoge Timaios und Kritias sind nur Teile eines zunächst offenbar umfangreicheren Plans. Der Dialog Timaios schlieĂt sich unmittelbar an den Dialog Politeia an, dessen Ergebnisse er rekapitulierend aufgreift. Der kurze Kritias bricht unvollendet ab und den im Timaios angekĂźndigten Dialog des Hermokrates fertigte Platon gar nicht erst an. Plutarch nannte als Grund hierfĂźr, dass Platon vor Beendigung seines Werkes wegen seines hohen Alters gestorben sei.cite-ref-2[2] Als letzter Dialog in dieser Reihe kĂśnnen die Nomoi gelten, in denen das Ende der letzten Naturkatastrophe im Sinne von Timaios und Kritias als AnknĂźpfungspunkt der ErĂśrterung gewählt wird.
Herkunft der Atlantis-Ăberlieferung
An die im ersten Teil des Timaios angelegte Darstellung der GrundzĂźge des platonischen Idealstaates der Politeia knĂźpft sich im Weiteren ein von Sokrates geäuĂerter Wunsch, die VorzĂźge eines so gearteten Stadtstaates in der Realität zu sehen und speziell die Bewährung im Kriegsfall zu prĂźfen (Tim. 17aâ20c). Daraufhin gibt Kritias eine Geschichte wieder, von der er angibt, sein GroĂvater habe ihm diese in seiner Jugend erzählt (Tim. 20d ff.). Der GroĂvater habe sie wiederum von dem berĂźhmten Gesetzgeber Solon vernommen, mit dem sein Vater Dropides (âDropides II.â) befreundet gewesen sei. Solon habe die Kunde von Atlantis aus Ăgypten mitgebracht, wo er sie in Sais von einem Priester der GĂśttin Neith erfahren habe (Tim. 23e). Dieser Priester habe ihm die Mitteilungen aus âgeheiligten Schriftenâ Ăźbersetzt. An mehreren Stellen der Erzählung lässt Platon Kritias betonen, dass seine Geschichte nicht erfunden sei, sondern sich tatsächlich so zugetragen habe (Tim. 20d, 21d, 26e).
Rahmenhandlung der Atlantis-Ăberlieferung
Der Inhalt der Geschichte, an die sich Kritias erinnert, ist eine der angeblich âgrĂśĂten Heldentaten Athensâ, nämlich die Abwehr eines riesigen Heeres der expansiven Seemacht Atlantis. Jenes Inselreich, das wie Athen bereits 1000 Jahre vor der GrĂźndung Ăgyptens existiert habe (Timaios 23dâe), soll viele Inseln und Teile des Festlands, Europa bis Etrurien und Libyen (Nordafrika) bis nach Ăgypten beherrscht haben und sei im Begriff gewesen, auch Griechenland zu unterwerfen (Timaios 25aâb). Nach der Abwehr des Angriffs durch die an Mut und KriegskĂźnsten hervorragenden Athener, zunächst als fĂźhrender Staat der Hellenen, dann nach Abfall der anderen allein kämpfend, sei während eines Tages und einer Nacht das âganze streitbare Geschlechtâ der Atlanter durch schwere Erdbeben und Ăberschwemmungen zu einem GroĂteil gestorben und Atlantis durch ErderschĂźtterungen im Meer versunken (Timaios 25câd; Kritias 108e). Einzig Ăgypten, das schon 8000 Jahre vor Soloncite-ref-3[3] gegrĂźndet worden sei und woher die Ăberlieferung der Heldentat Athens stamme (Timaios 23dâe; Kritias 108e, 109d ff., 113a), wurde verschont.
Atlantis
Im Kritias beschreibt Platon Atlantis detailliert: Es sei ein Reich gewesen grĂśĂer als Libyen (ÎΚβĎΡ) und Asien (ÎĎÎŻÎą) zusammen (Timaios 24e). Zu Platons Zeiten verstand man unter diesen Begriffen Nordafrika ohne Ăgypten und die damals bekannten Teile Vorderasiens. Die Hauptinsel lag auĂerhalb der âSäulen des Heraklesâ im AtlantĂŹs thĂĄlassa, wie schon Herodot den Atlantik nennt (Herodot I 202,4). Die âInsel des Atlasâ war laut Platon reich an Rohstoffen aller Art, insbesondere an Gold, Silber und âOreichalkosâ, einem erstmals in dem Hesiod zugeschriebenen Epyllion âSchild des Heraklesâ genannten âMetallâ, das Platon als âfeurig schimmerndâ beschreibt (Kritias 114e). Weiter erwähnt Platon verschiedene Bäume, Pflanzen, FrĂźchte und Tiere, darunter auch das âgrĂśĂte und gefräĂigste Tier von allenâ, den Elefanten (Kritias 115a). Die weiten Ebenen der groĂen Inseln seien äuĂerst fruchtbar gewesen, exakt parzelliert und durch kĂźnstliche Kanäle mit ausreichend Wasser versorgt. Durch Ausnutzung des Regens im Winter und des Wassers aus den Kanälen im Sommer seien zwei Ernten jährlich mĂśglich gewesen (Kritias 118câe).
Die Mitte der Hauptinsel bildete eine 3000 mal 2000 Stadien groĂe Ebene. Ein griechisches âStadionâ beträgt etwa 180 Meter, ein ägyptisches âStadionâ etwa 211 Meter, daher handelt es sich um eine GrĂśĂenordnung von 400 bis 600 Kilometern. Diese Ebene war von rechtwinklig angelegten Kanälen umgeben und durchzogen, woraus eine Vielzahl kleiner Binneninseln resultierte. Die Akropolis der Hauptstadt war fĂźnf Stadien breit und auf einen Berg gebaut, der zentral auf der Insel lag. Um diese Akropolis befanden sich drei ringfĂśrmige Kanäle, die durch einen breiten Kanal mit dem Meer verbunden waren. Der innere kĂźnstliche WassergĂźrtel hatte eine Breite von einem Stadion, gefolgt von zwei Paaren konzentrischer Land- und WassergĂźrtel mit jeweils zwei und drei Stadien Breite (Kritias 115dâ116a). Die äuĂeren zwei Kanäle schildert Platon als schiffbar.
Im Zentrum von Atlantis befand sich den Dialogen zufolge auf der Akropolis ein Poseidontempel, den Platon als âein Stadion lang, drei Plethra (das sind etwa 90 m) breit und von einer entsprechenden HĂśheâ und innen wie auĂen mit Gold, Silber und Oreichalkos Ăźberzogen beschrieb. Um den Tempel herum standen goldene Weihestatuen. Ein Kultbild zeigte den Meeresgott als Lenker eines sechsspännigen Streitwagens (Kritias 116dâe). In der Nähe der zentralen Anlage befand sich ein Hippodrom. Auch die Wohnstätten der Herrscher lagen im innersten Bezirk, der von einer Mauer umschlossen wurde. Die ringfĂśrmigen Randbezirke der Stadt beherbergten von innen nach auĂen die Quartiere der Wächter, der Krieger und der BĂźrger. Die Gesamtanlage war von drei weiteren, konzentrisch angeordneten Ringmauern umfriedet (Kritias 116aâc). Die beiden äuĂersten Kanäle wurden als Häfen angelegt, wobei der weiter innen liegende Kanal als Kriegshafen und der äuĂere als Handelshafen diente (Kritias 117dâe).
Die Macht Ăźber die Insel hatte Poseidon seinem mit der sterblichen Kleito gezeugten Sohn Atlas Ăźbertragen, der der Ălteste seiner Nachkommen aus fĂźnf Zwillingspaaren war (Kritias 114aâc). Atlas und seine Nachfahren herrschten Ăźber die Hauptstadt, die Linien seiner jĂźngeren BrĂźder regierten die anderen Teile des Reiches. Mit der Zeit wandelte sich Atlantis durch immer weiter gehende BaumaĂnahmen und AufrĂźstungen von einer ursprĂźnglich ländlich geprägten Insel zu einer schlagkräftigen Seemacht.cite-ref-vin-4-0[4] Die Nachfahren des Atlas und seiner Geschwister verfĂźgten Ăźber ein einzigartiges Heer und eine starke Marine mit 1200 Kriegsschiffen und 240.000 Mann Besatzung allein fĂźr die Flotte der Hauptstadt (Kritias 119aâb). Mit dieser Streitmacht unterwarfen sie Europa bis Tyrrhenien und Nordafrika bis Ăgypten (Timaios 24eâ25b). Erst die zahlenmäĂig weit unterlegenen Athener konnten diesen Vormarsch zum Erliegen bringen.
Diese militärische Niederlage von Atlantis wird dabei als Strafe der GĂśtter fĂźr die Hybris seiner Herrscher dargestellt (Timaios 24e; Kritias 120e, 121c). Weil der âgĂśttliche Anteilâ der Atlanter durch die Vermischung mit Menschen zusehends geschwunden sei, seien sie von Gier nach Macht und Reichtum ergriffen (Kritias 121aâc) worden. Der Kritias bricht ab, bevor die GĂśtter sich zu einem Gericht Ăźber das Reich versammeln, bei dem weitere Strafen beraten werden sollten: âDer Gott der GĂśtter aber, Zeus, welcher nach den Gesetzen herrscht und solches wohl zu erkennen vermag, beschloĂ, als er ein treffliches Geschlecht (so) schmählich herunterkommen sah, ihnen Strafe dafĂźr aufzuerlegen, (121c) damit sie, durch dieselbe zur Besinnung gebracht, zu einer edleren Lebensweise zurĂźckkehrten. Er berief daher alle GĂśtter in ihren ehrwĂźrdigsten Wohnsitz zusammen, welcher in der Mitte des Weltalls liegt und eine Ăberschau aller Dinge gewährt, welche je des Werdens teilhaftig wurden, und nachdem er sie zusammenberufen hatte, sprach er âŚ.â
Ur-Athen
Neben Atlantis beschreibt Platon im Kritias das âUr-Athenâ, wenn auch deutlich kĂźrzer. Das alte Athen ist im Gegensatz zum realen Athen aus Platons Lebzeiten eine reine Landmacht, die Attika bis zum Isthmus von Korinth beherrscht habe (Kritias 110e). Obgleich in der Nähe der KĂźste gelegen, verfĂźgte es Ăźber keine Häfen und betrieb aus bewusst gefasstem Entschluss keine Seefahrt. Platons Polis Athen wird als ein äuĂerst fruchtbarer Landstrich beschrieben, bedeckt von Feldern und Wäldern, und âimstande, ein groĂes Heer von den Geschäften des Ackerbaues Befreiter zu unterhaltenâ (Kritias 110eâ111d). Die GĂśttin Athene selbst habe die politischen Strukturen und Institutionen im nach ihr benannten Stadtstaat gestiftet, die Platon als nahezu identisch mit jenen seines im Politeia beschriebenen Idealstaates darstellt. Als Athen von Atlantis angegriffen worden sei, habe es die Angreifer zurĂźckschlagen kĂśnnen und habe dabei sogar einige bereits unterworfene griechische Stämme befreit. Als Grund, warum im antiken Griechenland keine Aufzeichnungen, Geschichten oder Sagen vom glorreichen Sieg Ăźber die Atlanter existieren, nennt Platon Erdbeben und Ăberschwemmungen, die immer wieder die alten hellenischen Stämme heimsuchten. Platon erwähnt aber auch eine sehr groĂe und besonders verheerende Flut, die den Untergang der herrschenden Oberschicht an den KĂźsten zur Folge hatte. Sie lieĂ nur einen kleinen Teil des Lesens und Schreibens unkundiger Bauern zurĂźck, die in den Bergregionen lebten. Dadurch sei das komplette Wissen, das sich die Griechen bis dahin angeeignet hatten, verloren gegangen.
Deutung
Ein platonischer Mythos
Ăber die mĂśglichen historischen AnknĂźpfungspunkte, zum Beispiel den Untergang der Ăgäisinsel Santorin im 17. oder 16. Jahrhundert v. Chr. (s. Minoische Eruption), lässt sich zurzeit kaum wissenschaftliche Ăbereinstimmung erzielen. Ăber den philologisch fiktionalen Charakter des Inselreiches Atlantis besteht in der Wissenschaft dagegen weitgehend Einigkeit. Auf die Frage, was die Botschaft dieser Erzählung gewesen sei, gibt es jedoch sehr unterschiedliche Antworten. Die Dialoge Timaios und Kritias sind als Ergänzung und Fortsetzung der Politeia geschrieben. Die Atlantis-Erzählung diente dabei als Demonstration der praktischen Bewährung des idealen Staates. Es handelt sich um einen platonischen Mythos und somit nur um eine von vielen fiktionalen und mythischen Darstellungen in Platons Werken.
Zweck des Mythos
Der Zweck dieses Mythos ist nach herrschender Auffassung, eine zuvor diskutierte Theorie auf eine praktische und anschauliche Ebene zu heben, um so ihre Funktionalität und Richtigkeit zu bestätigen. In diesem Sinne wird am Ende der Politeia, nachdem die Frage âWas ist Gerechtigkeit?â diskutiert wurde, von Sokrates die (scheinbare) Bestätigung seiner Thesen dadurch beigebracht, dass die âwahreâ Geschichte des Pamphyliers Er erzählt wird (Pol. 614b). Dieser habe in einer Art Nahtoderfahrung die Unterwelt gesehen und dabei die Erkenntnis erlangt, dass gerechte Menschen nach dem Tod zehnfach belohnt wĂźrden, ungerechte Menschen jedoch zehnfach bestraft. An späterer Stelle, zu Ende des neunten Buches der Politeia, wird ferner die Frage erĂśrtert, ob sich ein gerechter Mensch am politischen Leben seines Stadtstaates beteiligen solle. Auf Sokratesâ Antwort, der Gerechte kĂśnne sich engagieren, vielleicht jedoch nicht in seiner irdischen Polis, entgegnet Glaukon, dass ein solcher Idealstaat nur als ein âMusterâ (ĎÎąĎΏδξΚγΟι) im âHimmelâ der Ideen zu finden sei, woran man sich halten kĂśnne (Pol. 592aâb). Es bleibt jedoch umstritten, inwieweit diese Anspielung einen Hinweis auf eine späte Praxisnähe der platonischen Staatsphilosophie und damit die Grundlage des Atlantis-Mythos darstellen kĂśnne.cite-ref-guth-5-0[5]
Im Fall der Atlantis-Erzählung ist es die Theorie vom Idealstaat, die einer realen Bestätigung bedurfte. Am Anfang steht der Wunsch des Sokrates, den Idealstaat einmal in der âBewegungâ eines Gedankenexperiments zu sehen. Zu diesem Zweck wird der Mythos vom einst in Athen existierenden Idealstaat und dem mächtigen Gegner Atlantis erfunden und dem Erzähler Kritias in den Mund gelegt, dem diese Ăberlieferung âauf eine geheimnisvolle Weise durch eine Art Zufallâ am Heimweg von einem frĂźheren philosophischen Gespräch eingefallen wäre (Tim. 25e). In dieser Passage betont Kritias, dass man den Atlantis-Stoff gĂźnstig an den theoretischen Inhalt der Politeia angleichen kĂśnne: âWir wollen aber die BĂźrger und den Staat, den du uns gestern wie erdichtet (á˝ĄĎ áźÎ˝ ÎźĎθῳ) darstelltest, jetzt in die Wirklichkeit (áźĎ὜ ĎáźÎťÎˇÎ¸á˝˛Ď) Ăźbertragen und hier ansiedeln, als sei jener Staat der hiesige, und von den BĂźrgern, die du dir dachtest, werden wir sagen, sie seien jene reale Vorfahren von uns, von denen der Priester erzählte.â (Tim. 26câd). Die scheinhistorische Ăberlieferungsgeschichte soll die mehrfach behauptete Realität unterstreichen. Wie jeder platonische Mythos erhebt auch die Atlantis-Erzählung den Anspruch auf Wahrheit, jedoch nicht im Sinne von âhistorisch wahr oder unwahrâ, sondern im Sinne einer philosophischen Wesenswahrheit.
Die Gegner Athen und Atlantis sind idealtypisch als einander diametral gegenĂźberstehende Gemeinwesen konstruiert: Auf der einen Seite die kleine, stabile und wehrfähige Landmacht, auf der anderen Seite die an ihrem Expansionsdrang zerbrechende Seemacht. Dieser bewusste Gegensatz wird in der Forschung als eine politische Allegorie auf die expansive Seemachtspolitik des realen Athen verstanden.cite-ref-6[6] Platon hatte 404 v. Chr. die Niederlage seiner Heimatstadt im Peloponnesischen Krieg miterleben mĂźssen, der einst durch das Hegemoniestreben der Athener in der Ăgäis ausgelĂśst worden war. Wenige Jahrzehnte später, als Athen wieder einen Teil seiner ehemaligen Macht zurĂźckgewonnen hatte, wurde der einst infolge der Niederlage aufgelĂśste Attische Seebund â wenn auch nicht in gleicher Dimension â neu gegrĂźndet. Platon kĂśnnte befĂźrchtet haben, dass Athen diese Fehler wiederholen und auf eine vergleichbare Katastrophe zusteuern kĂśnnte. Um dem entgegenzuwirken und die MitbĂźrger zu belehren, dĂźrfte Platon die Geschichte von der an Expansionismus zugrunde gegangenen Seemacht Atlantis und der siegreichen Landmacht Ur-Athen erfunden oder benutzt haben: âEr zeigte die Gefahren auf, die eine solche imperialistische Seemacht erwarten [âŚ], und er versuchte sozusagen den quasihistorischen Beweis zu erbringen, dass ein Staat, der wie sein Idealstaat eingerichtet war, sich in einer solchen Lage Ăźberzeugend bewähren wĂźrdeâ, wie Heinz-GĂźnther Nesselrath resĂźmiert.cite-ref-nes1-7-0[7]
Die Umstände, dass im Atlantis-Mythos das Ur-Athen als Ăźber tausend Jahre älter als Ăgypten dargestellt wird und zudem die GĂśttin Athene-Neith beide Gesellschaftsordnungen begrĂźndet haben soll, wird als Reaktion Platons auf mĂśgliche PlagiatsvorwĂźrfe gedeutet.cite-ref-8[8] Dies hängt mit Platons Werk Ăźber den Idealstaat â Politeia â zusammen: Der Platon-Kritiker Isokrates hatte als unmittelbare Reaktion auf die Politeia eine Schrift mit dem Titel Busiris verfasst, nach der der gleichnamige â nur in der griechischen Mythologie existierende â ägyptische KĂśnig in seinem Land eine Gesellschaftsordnung eingerichtet hatte, die diejenige des platonischen Idealstaats vorwegzunehmen scheint. Platon, so die Theorie, habe nun darauf mit einem Mythos geantwortet, laut dem nicht in Ăgypten, sondern in Athen zuerst der Idealstaat existierte. Zudem sind es bei Platon gerade ägyptische Priester, die den Griechen diese Erkenntnis bringen.
Als Grund fĂźr die fingierte Ăberlieferungsgeschichte kann Platons âKonkurrenzâ zu Homer gesehen werden.cite-ref-szl-9-0[9] Schon in der âPoliteiaâ schrieb Platon von dem âalten Streit zwischen Dichtung und Philosophieâ (Politeia 607b). In seinem Anspruch, die mythisch-poetischen Werke Homers durch seine eigenen, philosophisch durchdachten Mythen wie Atlantis zu âersetzenâ, beruft sich Platon eben nicht wie der Dichter auf Musen, sondern auf historische Ăberlieferungen (deren Ursprung jedoch absichtlich so weit im Dunkeln liegt, dass sie unmĂśglich ĂźberprĂźft werden kĂśnnen). Im Timaios spricht Kritias davon, dass Solon ursprĂźnglich geplant habe, den Stoff âAtlantisâ, den er in Ăgypten vernahm, kĂźnstlerisch zu verarbeiten. Er sei jedoch davon abgehalten worden, weil man ihn in Athen als Politiker gebraucht habe (dies ist allerdings chronologisch nicht mĂśglich, da Solon erst nach seiner âpolitischen Karriereâ Ăgypten besuchte). Hätte er den Atlantis-Mythos in Poesie verwandelt, so ist sich Kritias sicher, hätte dieses Werk die Homerischen Epen Ilias und Odyssee weit Ăźberstrahlt (Tim. 21d).
Inspirationen und Vorbilder
Das Vorbild fĂźr âUr-Athenâ war der Idealstaat, den Platon in seinem bedeutenden Werk Politeia entworfen hatte. Schon daran ist der fiktionale Charakter der gesamten Erzählung erkennbar, zumal nach heutigem Kenntnisstand in Athen zu keinem Zeitpunkt â von der FrĂźhzeit bis in die Klassische Zeit â die geschilderte Kombination von politischen, sozialen und militärischen Elementen bestanden hat. âUr-Athenâ ist offensichtlich eine SchĂśpfung Platons. Eine gewisse Orientierung der Landmacht âUr-Athenâ an der realen Landmacht Sparta scheint denkbar, obgleich Platons Idealstaat ohnehin keine Seemachtspolitik betreibt. Die Beschreibung der fruchtbaren BĂśden Attikas zu Zeiten âUr-Athensâ basiert auf der zu Platons Zeiten gängigen Annahme, dass isolierte Felsmassive wie Akropolis und Lykabettos Ăberreste einer einstigen Hochebene seien, deren âweicheâ Anteile an fruchtbarer Erde seither durch Regen und Fluten fortgespĂźlt worden seien. Eine vergleichbare Theorie liegt der Lokalisierung Atlantisâ jenseits der âSäulen des Heraklesâ zugrunde; so wurde zu Platons Zeiten â entsprechend den Berichten bei Herodot (2, 102, 1â2; 4, 43) â angenommen, das Meer sei jenseits der Säulen schlammig, zähflĂźssig und unbefahrbar. Platon erklärt diesen vermeintlichen Umstand mit dem Untergang einer Landmasse.
FĂźr den Antagonisten zu seinem Idealstaat âUr-Athenâ bediente sich Platon realer Vorbilder aus seiner Zeit. Allgemein wird angenommen, dass Atlantis von ihm zur Erzielung seiner politischen Aussageabsicht wie ein Mosaik aus verschiedenen Elementen von verschiedenen Vorbildern âzusammengesetztâ wurde. Platons Intention war es dabei, ein Bild von Atlantis zu zeichnen, das der Leser mit zeitgenĂśssischen Feinden Griechenlands assoziieren wĂźrde. So mag Platon bewusst das Perserreich als Muster fĂźr die politische Struktur von Atlantis genommen haben. Die Organisation der KĂśnigsmacht in Atlantis, mit einem âOberkĂśnigâ und neun âUnterkĂśnigenâ, erinnert stark an die persische Hierarchie von GroĂkĂśnig und ihm untergeordneten Satrapen. Ebenso scheint die persische Sommerresidenz Ekbatana gemäà ihrer Beschreibung bei Herodot eine Vorlage fĂźr die Beschreibung der Hauptstadt von Atlantis zu sein; während bei Platon von drei konzentrischen Wasserringen um die Akropolis die Rede ist, beschreibt Herodot die Stadtbefestigung von Ekbatana mit âinsgesamt sieben Mauerringenâ, und zwar âjeweils einen Mauerring im anderenâ (1, 98, 3â6). FĂźr die Hafenanlage kĂśnnte unterdessen Karthago als Modell benutzt worden sein. Dem Handlungskern der Atlantis-Geschichte, nämlich dem gescheiterten Angriff Atlantisâ auf Athen, dĂźrften die Perserkriege und dabei insbesondere die Konstellation der Schlacht bei Marathon 490 v. Chr. als Vorbild gedient haben. In beiden Fällen schlug das relativ kleine Athen, ganz auf sich gestellt, eine angreifende Ăbermacht und bewahrte so ganz Griechenland vor der Unterwerfung. Der fehlgeschlagene Eroberungszug der Seemacht Atlantis kĂśnnte aber auch als Reflexion der Sizilienexpedition verstanden werden, in der die ĂźbermĂźtigen Pläne der Seemacht Athen, ganz Sizilien und anschlieĂend Karthago zu unterwerfen, grandios scheiterten. Die mehrfachen Besuche Platons in Syrakus und sein Versuch, seine politischen Ideen dort in die Tat umzusetzen, kĂśnnten die Atlantiserzählung ebenfalls inspiriert haben.cite-ref-rud-10-0[10]
FĂźr den charakteristischen und bis heute faszinierendsten Bestandteil der Atlantislegende â den Untergang des Inselreichs infolge einer Naturkatastrophe â kĂśnnte die Stadt Helike als Inspiration gedient haben. Diese einst sehr reiche Stadt an der NordkĂźste der Peloponnes versank im Winter des Jahres 373 v. Chr. in einer Flutwelle, die durch ein schweres Erdbeben im Golf von Korinth ausgelĂśst worden war. Diese Katastrophe, bei der nahezu alle Bewohner Helikes ihr Leben verloren, fand in der Antike einen starken Nachhall (bspw. bei Diodor 15, 48, 1â3). Wie auf Atlantis wurde in Helike ein Poseidonkult betrieben; vor dem groĂen Tempel des Poseidon Helikonios stand einst eine monumentale Weihestatue des Meeresgottes, die selbst nach dem Untergang der Stadt noch von der Wasseroberfläche aus zu sehen gewesen sein soll. Wie Atlantis schien auch Helike durch die âMachtâ desjenigen Gottes untergegangen zu sein, den sie eigentlich verehrte. Schon vor der Helikeflut ereignete sich zu Platons Lebzeiten eine weitere schwere Flutkatastrophe. Diese folgte 426 v. Chr. einem Erdbeben im Golf von EubĂśa und zerstĂśrte die Stadt Orobiai sowie eine Insel namens Atalante (Thukydides 3, 89). Aufgrund der Namensähnlichkeit wurde diese Insel Atalante von manchen Forschern als Vorbild fĂźr das Untergangsszenario von Atlantis betrachtet.cite-ref-sdc-11-0[11] Jedoch wird aufgrund der verheerenderen Folgen sowie der zeitlichen Nähe zur Niederschrift von âTimaiosâ und des âKritiasâ eher Helike als Vorbild angesehen.cite-ref-12[12]
Der franzĂśsische Historiker Pierre Vidal-Naquet sieht Atlantis als Analogie zu Ur-Athen und somit zur Kosmologie des Timaios-Dialoges, Ur-Athen entspräche in diesem Sinne dem âSeiendenâ, Atlantis hingegen dem âWerdendenâ. Vidal-Naquet kommentiert: âWir sehen uns also einer Sequenz gegenĂźber, die deutlich nach einer Spiegelung aussieht: 5 (3+2), 1, 2, 2, 3, 3. Wer die in der Mitte liegende Insel verläĂt, tritt sehr schnell in die Welt der Verdopplung ein.âcite-ref-13[13] Die Bedeutung von doppelten und dreifachen Abständen in der âStruktur der Weltseeleâ findet sich bereits im âTimaiosâ beschrieben (Tim. 36d). Zugleich spiegele Atlantis das dekadente Athen seiner Zeit wider. Ăhnlichkeiten zu Herodots Persien und zu Homers Scheria spielen laut Vidal-Naquet nur am Rande eine Rolle, eine Analogie zu den Perserkriegen schlieĂt er aus. Vidal-Naquet glaubt in Atlantis die Stadtanlagen von Ekbatana, Babylon, Scheria, Athen und Susa wiederzuerkennen.cite-ref-vin-4-1[4]
Der deutsche Altphilologe Nesselrath dagegen sieht in Atlantis Parallelen zu den Stadt- bzw. Hafenanlagen von Ekbatana, Babylon und Karthago. Weiter meint er, Analogien zu Herodots Beschreibung der Perserkriege und Homers Epen identifizieren zu kĂśnnen.cite-ref-14[14]
Umstritten ist in der Forschung, ob und inwiefern es eine substantielle Inspiration des Atlantis-Mythos durch ägyptische Quellen gegeben haben kĂśnnte. Einige, wie etwa William Heidel, deuteten gerade die behauptete Herkunft des Berichts aus Ăgypten als offenen Hinweis auf den fiktionalen Charakter der Atlantis-Geschichte.cite-ref-15[15] Sie konnten dafĂźr auf die Worte im âPhaidrosâ verweisen: âO Sokrates, mit Leichtigkeit erdichtest du Geschichten aus Ăgypten oder sonst einem Land, woher auch immer du willstâ (Phaidros 275 B). Andere Historiker, wie etwa Thomas Henri Martin und Alexander von Humboldt, hielten eine ägyptische Tradition als Kern des Mythos fĂźr wahrscheinlich und darĂźber hinaus auch die Ăberlieferung vom Ăgyptenreisenden Solon zum Erzähler Kritias fĂźr mĂśglich.cite-ref-16[16] Einen ägyptischen Ursprung fĂźr Teile oder Aspekte des Atlantis-Mythos fĂźr mĂśglich zu halten, zwingt jedoch nicht dazu, auch zu glauben, dass der Atlantisbericht â wie von Platon behauptet â auf eine 9000 Jahre alte Ăberlieferung in Ăgypten zurĂźckgeht. Es scheint zudem auch unwahrscheinlich, dass Solon (â um 560 v. Chr.) die Quelle fĂźr Platons Darstellung war, da in den mehr als 150 Jahren zwischen Solon und Platon bei keinem einzigen griechischen Schriftsteller eine Spur eines solchen Berichts zu finden ist. Auch die Athener wussten nichts von ihrem angeblichen Sieg Ăźber Atlantis. Hätte es sich bei diesem wirklich um eine der âgrĂśĂten Heldentaten Athensâ gehandelt, mĂźsste diese zumindest in einer der zahlreichen Leichenreden, in denen zu Ehren Verstorbener die groĂe Geschichte Athens resĂźmiert wurde, Erwähnung finden. Doch in keiner der bis heute Ăźberlieferten Ansprachen findet sich eine Erwähnung von Atlantis. Nicht einmal in der von Platon geschriebenen Leichenrede im Menexenos wird Atlantis genannt; was bedeuten kĂśnnte, dass auch Platon die Atlantis-Erzählung vor der Niederschrift seiner Spätwerke Timaios und Kritias nicht kannte, sondern sie erst zu jenem Zeitpunkt kennenlernte bzw. erfand.
Kritik an der Deutung von Atlantis als Erfindung Platons
Kritik an der Deutung der Atlantis-Erzählung als einer Erfindung Platons gibt es in verschiedener Hinsicht. Teils wird die philologische Argumentation direkt angegriffen, teils wird eine ägyptische Ăberlieferung vermutet, teils werden konkrete Lokalisierungen von Atlantis vorgeschlagen.
Kritik an der philologischen Argumentation
An der philologischen BegrĂźndung der Erfindungshypothese ist immer wieder Kritik lautgeworden. In den Worten von John V. Luce:
âDie Skeptiker haben starke Argumente, trotzdem gab es jedoch immer eine Minderheit von Gelehrten, die bereit waren, die MĂśglichkeit zuzugeben, dass Platon in seiner Atlantis-Erzählung Material verwendet habe, das nicht vĂśllig ohne historisches Gewicht war.âcite-ref-ram-17-0[17]
Als Indizien fßr ein mÜgliches historisches Gewicht der Atlantis-Erzählung werden angefßhrt:
⢠Platon habe die von ihm erfundenen Parabeln immer deutlich als Mythen gekennzeichnet. Die Geschichte von Atlantis sei dagegen ausdrĂźcklich als logos alÄthÄs (ein wahrer Bericht) und nicht als mythos (eine Geschichte) gekennzeichnet worden. Platon habe betont, dass seine Ăberlieferung nicht erfunden, sondern âin jeder Hinsichtâ wahr sei.
⢠Es sei kaum anzunehmen, dass Platon in seinen Gesamtplan der Dialog-Trilogie Timaios/Kritias/Hermokrates eine Geschichte aufgenommen hätte, die er selbst von Anfang bis zum Ende erfunden hat, und von der er wusste, dass sie erdichtet ist.
⢠Die Funktion der Atlantis-Erzählung als Beleg fßr die Richtigkeit von Platons Staatstheorien kÜnne nur erfßllt werden, wenn es sich um eine wahre Geschichte handele.cite-ref-brandenstein-18-0[18]
⢠Die ausfßhrliche und präzise Beschreibung von Atlantis mit Benennung zahlreicher Einzelheiten sei unnÜtig gewesen, wenn Atlantis nur als Anschauungsmodell fßr einen idealen Staat habe dienen sollen. Platon habe in seinen ßbrigen Werken auch keinerlei Interesse an technischen Details gezeigt.
⢠Details der Atlantis-Erzählung tauchten auch in anderen Dialogen Platons in einem eindeutig historisch zu verstehenden Kontext auf.
Theorien einer vorplatonischen Atlantis-Ăberlieferung
Da auffallende Ăhnlichkeiten zwischen der Schilderung eines atlantischen KĂśnigsrituals â Stiere âohne Waffen, aber mit Stäben und Schlingen zu jagenâ (Kritias 119dâe) â und der Darstellung minoischer Stierkämpfe bestĂźnden, hält John V. Luce es fĂźr wahrscheinlich, dass eine ägyptische Ăberlieferung Ăźber die Minoer Eingang in Platons Atlantis-Bild gefunden habe.cite-ref-19[19] Er geht dabei davon aus, dass Platon selbst in Ăgypten von dieser Ăberlieferung Kenntnis genommen habe. Abgesehen davon, dass Platons Ăgyptenreise an sich umstritten ist, konnte er jedoch keine ägyptischen Hieroglyphen lesen. Er wäre somit auf einen ägyptischen Ăbersetzer angewiesen gewesen. Falls er tatsächlich in Ăgypten war, bliebe dennoch unklar, ob und wie ihm die mutmaĂliche Ăberlieferung Ăźbersetzt wurde und was Platon seinerseits fĂźr seine Erzählung daraus Ăźbernommen hat.
Eine vergleichbare Theorie eines vorplatonischen Atlantis liefert der Philologe Herwig GĂśrgemanns. Er behauptet, die von Platon erwähnte VerbrĂźderung der Ăgypter mit den âUr-Athenernâ sei von einem ägyptischen Bericht beeinflusst.cite-ref-goe-20-0[20] Dieser Bericht basiere auf der Ăberlieferung der SeevĂślkerinvasion des 13./12. Jahrhunderts v. Chr. und sei durch eine angeblich schon damals existierende VerbrĂźderung der Ăgypter und Athener gegen die âFeinde aus dem Westenâ ergänzt worden. Als sich Ăgypten im 4. Jahrhundert v. Chr. von der persischen Herrschaft zu lĂśsen begann, bekam es zunächst 386 bis 380 v. Chr. UnterstĂźtzung aus Athen durch den Athener Feldherrn Chabrias. Dies fand in Athen nicht nur Zustimmung, und so wurde 362/61 v. Chr. (unmittelbar vor der Entstehung des Timaios) eine Gesandtschaft nach Athen geschickt, die fĂźr eine Athenisch-Ăgyptische Allianz werben sollte und dabei laut GĂśrgemanns die veränderte Ăberlieferung des SeevĂślkersturms in Athen verbreitete. Und eben dieses Element habe Platon dann im Atlantis-Mythos verarbeitet. Jedoch ist auch diese Argumentation insofern lĂźckenhaft, als Platon vermutlich nicht der Einzige gewesen wäre, der diese Geschichte vernommen hätte. Insofern lieĂe sich schwer erklären, warum nur er von Atlantis berichtet.
Lokalisierungshypothesen
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Hauptartikel
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Lokalisierungshypothesen zu Atlantis
Neben diesen eher ergänzenden Theorien zu Platons Erfindung von Atlantis gibt es zahlreiche Lokalisierungshypothesen, die Atlantis an einem konkreten Ort vermuten und dessen Untergang als ein konkretes Ereignis annehmen. Ihnen liegt die gemeinsame Auffassung zugrunde, dass Platons Erzählung auf einer tatsächlichen Ăberlieferung beruhe oder zumindest einen historischen Kern enthalte. Gleichzeitig setzen die meisten Theorien voraus, dass Platons Ăśrtliche und zeitliche Angaben zu Atlantis falsch bzw. in der mutmaĂlichen Ăberlieferung verzerrt worden sind.
Bislang blieben diese Lokalisierungsversuche jedoch immer Hypothesen einzelner Personen. Die frĂźhen Theorien â die Atlantis auf Helgoland, den Kanarischen Inseln oder Kreta vermuteten â werden heute von keinem Wissenschaftler vertreten. Zu den jĂźngeren Theorien gehĂśrt die Hypothese des Geoarchäologen Eberhard Zangger, dass es sich bei Atlantis um eine verzerrte Darstellung von Troja handele, sowie die Vermutung von Siegfried Schoppe und Christian Schoppe, dass eine Verbindung zwischen Atlantis und der Flutung des Schwarzmeerbeckens um 5600 v. Chr. bestĂźnde; dieser Hypothese zufolge gehe die Atlantis-Erzählung auf den Untergang einer hypothetischen Kultur im Nordwesten des Schwarzen Meeres zurĂźck.
Althistoriker und Philologen lehnen in der Regel jeden Lokalisierungsversuch als Fehlinterpretation einer einzigen Quelle, nämlich Platon, ab und sehen in Atlantis reine Fiktion, der kein geschichtliches Ereignis oder ein naturwissenschaftlicher Vorgang zugrunde liegt.
Wirkungsgeschichte
Kaum ein antiker Bericht hatte eine ähnlich intensive Nachwirkung wie Platons Schilderungen von âAtlantisâ. Seit vielen Jahrhunderten dient das fabelhafte Inselreich Utopisten als Inspiration und wird von Archäologen gesucht. Auch die Unterhaltungsindustrie entdeckte den Stoff als zugkräftiges Thema.
Antike
Von Platons Zeitgenossen ist keine VerĂśffentlichung bekannt, die die Atlantis-Geschichte fĂźr âwahre Historieâ hielt, auch nach dem Erscheinen von Timaios und Kritias wurde die Abwehr des atlantischen Angriffs in keiner heute bekannten Aufzählung der Heldentaten der Athener erwähnt. Ob sich Aristoteles, Platons bekanntester SchĂźler, zu Atlantis äuĂerte, ist bis heute ungesichert.cite-ref-21[21] Manche sehen die durch Strabon (2, 3, 6)cite-ref-22[22] Ăźberlieferte Meinung des Poseidonios zur âSage von der Insel Atlantisâ, die sich an Aristoteles orientiere, als einen Beleg dafĂźr.cite-ref-23[23] Nach anderer Ansicht belegt die AusfĂźhrung Strabons lediglich, indem er Poseidoniosâ Aussage wiedergibt, dass Atlantis mĂśglicherweise keine Erfindung sei, im Gegensatz zur âMauer der Achäerâ bei Homer (siehe unten). Damit habe sich Poseidonios bezĂźglich Atlantis nicht festgelegt.cite-ref-24[24]
Der Philosoph Krantor von Soloi, der den ersten Kommentar zu Platons Timaios verfasste, war der erste, von dem wir wissen, dass er Atlantis fĂźr einen geschichtlichen Sachverhalt hielt. Er soll der erste gewesen sein, der die ägyptische Tradition der Atlantis-Ăberlieferung nachweisen konnte. In seinem nur fragmentarisch bei Proklos erhaltenen Werk berichtet er, die Stelen mit der ägyptischen Version des Atlantis-Berichts in Sais vorgefunden zu haben (FGrHist 665, F 31). Dies wurde bis heute von einigen Forschern als ein Beweis fĂźr die ägyptische Tradition der Atlantis-Geschichte eingeschätzt. Krantors Bericht gilt der Mehrheitsmeinung jedoch insofern als unglaubhaft, als er von Inschriften auf Stelen (ĎĎáżÎťÎąÎš) spricht, während im Timaios von schriftlichen Darstellungen die Rede ist, die man âzur Hand nehmenâ (Ďá˝° ÎłĎΏΟΟιĎÎą ΝιβĎνĎÎľĎ â Tim. 24a) kĂśnne, also beispielsweise Papyrusrollen.cite-ref-25[25]
Die Frage, ob es sich bei Atlantis um eine reale Geschichte handelt, wird auch von späteren Autoren diskutiert, etwa von Poseidonios, dessen Meinung von Strabon mit folgenden Worten angegeben wird:
âDaĂ aber die Erde sich zuweilen hebe und senke, und durch Erdbeben und andre ähnliche Ereignisse, die auch wir aufgezählt haben, Veränderungen erleide, das ist von ihm [sc. Poseidonios] richtig bemerkt worden, und damit stellt er auch Platoâs Ansicht passend zusammen, es lasse sich annehmen, daĂ auch die Sage von der Insel Atlantis keine Erdichtung sei, von welcher, wie jener berichtet, Solon, durch die aegyptischen Priester belehrt, erzählt habe, sie sei einst vorhanden gewesen, [später] aber verschwunden, an GrĂśĂe einem Festlande nicht nachstehend; und dieses zu sagen, scheint ihm gerathener, als daĂ ihr Erfinder sie wieder vernichtet habe, wie der Dichter [Homer: Ilias 7, 337. und 436.] die Mauer der Achäer.â
â
Strabon
:
GeĂ´graphikĂĄ.
Buch 2, 3. Kapitel, 6. Abschnitt (in der Ăbersetzung von
Albert Forbiger
:
Straboâs Erdbeschreibung.
Band 2, Hoffmannâsche Verlags-Buchhandlung, Stuttgart 1856, S. 158 (
archive.org
).
Während Plinius der Ăltere noch Zweifel an der Authentizität der Geschichte insgesamt äuĂert (Naturalis historia 2, 92, 205), hält Plutarch zumindest die ägyptische Tradition fĂźr mĂśglich, will sich aber ansonsten nicht festlegen, ob es sich um Mythos oder Wahrheit handele (Plut. Solon 31). Der Platoniker Numenios, der Mitte des 2. Jahrhunderts lebte, nahm den Kampf der Stadt Athen gegen Atlantis als bloĂe Dichtung ohne historischen Hintergrund, als poetische Fiktion an.cite-ref-26[26] Der spätantike Neuplatoniker Proklos hielt Atlantis einerseits fĂźr real, andererseits suchte er auch eine symbolische Deutung. Weitere Autoren, wie etwa der Kirchenvater Tertullian, nutzen Atlantis ohne Vorbehalt als historisches Paradigma. Eusebius von Caesarea bringt die Deukalionische Flut, die er ins Jahr 1539 v. Chr. datiert, mit Bränden in Ăthiopien und ZerstĂśrungen an verschiedenen Orten, wie sie von Platon beschrieben hatte, in Verbindung. Hierbei bezog sich Eusebius wahrscheinlich auf die Atlantis-Geschichte des Platon.cite-ref-27[27] Georgios Synkellos, der die Ereignisse zwischen 1499 und 1490 v. Chr. datiert, sagt, dass diese in Platons Timaios erwähnt wĂźrden.cite-ref-28[28] Hieronymus datierte dies je nach Handschrift zwischen 1530 und 1523 v. Chr.cite-ref-29[29] Nachdem jedoch noch im 6. Jahrhundert der Byzantiner Kosmas Indikopleustes den fiktionalen Charakter des Atlantis-Berichts festhielt, geriet er schlieĂlich im europäischen Mittelalter in Vergessenheit.
Als Vorlage fĂźr Utopien fand Atlantis vermutlich bereits in der Antike Verwendung. So etwa bei Euhemeros von Messene, dessen fiktionale Insel Panchaia sowohl Ăhnlichkeiten zu Atlantis wie zu âUr-Athenâ aufweist (Diodor 5, 41â46). Panchaia wird als eine auĂergewĂśhnlich fruchtbare Insel dargestellt, auf der die Gesellschaft â wie auf Atlantis â in drei Klassen eingeteilt sei. In der Mitte der Insel finde sich ein groĂer, Zeus geweihter Tempel. Ein anderer antiker Autor, Theopompos von Chios, persiflierte Platons Atlantis-Erzählung in seinem Werk Philippika. In ihm wird von einem Land namens Meropis jenseits des Atlantischen Ozeans berichtet, von dem aus ein Heer mit zehn Millionen Soldaten aus der âStadt der Kriegerâ (âMachimosâ) ausrĂźckte, um die Hyperboreer auf der anderen Seite des Ozeans zu unterwerfen (FGrHist 115, F 75). An die Stelle von Solon und dem Priester von Sais traten bei Theopompos der mythische KĂśnig Midas und ein Mischwesen aus Mensch und Pferd.
Neuzeit
In der frĂźhen Neuzeit wurden die alten rĂśmischen und griechischen Manuskripte von den Gelehrten wiederentdeckt, und so verbreitete sich auch die Geschichte von Atlantis erneut. Besonders mit der Entdeckung Amerikas 1492 bekam die Atlantis-Legende eine gewisse Plausibilität, da man annahm, Amerika sei zumindest der Ăberrest des versunkenen Kontinents. BartolomĂŠ de Las Casas schrieb in seinem Werk Historia general de las Indias dazu: âKolumbus konnte vernĂźnftigerweise glauben und hoffen, dass, obgleich jene groĂe Insel verloren und versunken war, andere zurĂźckgeblieben sein wĂźrden oder wenigstens das Festland und dass, wenn man sie suchte, man sie finden wĂźrde.âcite-ref-30[30] Auch Girolamo Fracastoro, bekannt fĂźr seine Beschreibung der Syphilis, setzte Amerika und Atlantis gleich.cite-ref-31[31]
Eine Reihe von Philosophen der frĂźhen Neuzeit nahm die platonische Methode der Sozialkritik durch eine Scheingeschichte auf. Als erster tat dies 1516 der Engländer Thomas Morus mit seinem Werk Utopia. Während sich bei Morus lediglich Anlehnungen an Platons Politeia finden, bezogen sich die Utopisten der Folgezeit explizit auf den platonischen Mythos von Atlantis. So nahm etwa ein Jahrhundert nach Morusâ Utopia der italienische Dominikaner Tommaso Campanella Atlantis sowie die Beschreibung des Iambulos zum Vorbild, um eine eigene Staatsutopie zu erschaffen. Diese heiĂt in der italienischen Fassung La cittĂ del Sole und benutzt ebenfalls die Form des Dialoges, in diesem Fall zwischen einem weitgereisten genuesischen Admiral und einem Hospitaliter. Campanellas fiktiver Sonnenstaat ist auf der realen Insel Taprobana angesiedelt. Insbesondere bei der Beschreibung der Stadt orientiert sich Campanella an Platons Beschreibung von Atlantis im âKritiasâ: âIn einer weiten Ebene erhebt sich ein gewaltiger HĂźgel, Ăźber den hin der grĂśĂere Teil der Stadt erbaut ist. Ihre vielfachen Ringe aber erstrecken sich in eine beträchtliche Entfernung vom FuĂe des Berges. [âŚ] Sie ist in sieben riesige Kreise oder Ringe eingeteilt, die nach den sieben Planeten benannt sind.âcite-ref-32[32]
Beinahe zeitgleich zu Campanella, um 1624, schrieb Francis Bacon in England an seiner Utopie Nova Atlantis, die sich schon im Titel auf Platon bezog. Er benutzte Platons Atlantis dabei als historisches Faktum und identifizierte es mit Amerika, um somit seiner eigenen Utopie eine scheinbare GlaubwĂźrdigkeit zu verleihen. Eine Sintflut habe einst das âalte Atlantisâ bis auf wenige Ăberlebende vernichtet. Bacons âneues Atlantisâ ist eine SĂźdsee-Insel namens Bensalem, auf der â Platon sehr ähnlich â eine hierarchische, monarchistische Staatsordnung, patriarchalische Familienstruktur und christliche Sittenstrenge zu finden sind.cite-ref-hei-33-0[33] Herrschaftszentrum sei das âHaus Salomonâ, in dem ein gotterwählter, âehrwĂźrdiger Vaterâ thront. Bacons Werk blieb unvollendet und wurde erst nach seinem Tod durch William Rawley verĂśffentlicht. Laut Rawley ist der frĂźhe Tod Bacons der Grund dafĂźr, dass darin keine Sozialkritik zu finden ist.cite-ref-bre-34-0[34]
Im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts wurde Atlantis zunehmend von Gelehrten zum Ursprung der menschlichen Zivilisation erklärt und damit auch fĂźr das âEinflechtenâ in eigene nationale Mythen interessant.cite-ref-35[35]
Während die Ăberreste der versunkenen Insel zunächst in Amerika gesehen wurden â womit sich der Anspruch der spanischen Conquista rechtfertigen lieĂ â, erklärte Ende des 17. Jahrhunderts der Universalgelehrte und Rektor der Universität Uppsala Olof Rudbeck in seinem vierbändigen Werk Atlantica sive Manheim, vera Japheti posterorum sedes ac patria (1679 bis 1702, schwedisch Atland eller Manheim), Schweden zu Atlantis und Uppsala zu dessen Hauptstadt.cite-ref-36[36] In seinen Schriften vermengte Rudbeck Platons Atlantis mit VersatzstĂźcken aus der Edda sowie Legenden Ăźber Noachs angeblichen Enkel Atlas, der sich im Norden niedergelassen habe. Mit diesem Eklektizismus versuchte er, dem Volk Israel den Anspruch auf seine Auserwähltheit streitig zu machen und Schweden zum Geburts- und Stammland sämtlicher VĂślker Asiens und Europas zu erheben; darĂźber hinaus postulierte er, dass die Runen die Vorläufer der phĂśnizischen und griechischen Buchstaben seien. Platon nannte er einen LĂźgner, dem es gelungen sei, die Auffindung des wahren nordischen Atlantis zu verhindern. Rudbeck war somit einer der Ersten, die Atlantis und dessen mutmaĂliche Lokalisierung zu politisch-ideologischen Zwecken vereinnahmten.
Im 19. Jahrhundert wurde das Interesse an Atlantis durch den 1882 erschienenen Bestseller des amerikanischen progressivistischen Politikers Ignatius Donnelly neu geweckt.cite-ref-37[37] In seinem Buch Atlantis â The antediluvian World (dt.: âAtlantis â die vorsintflutliche Weltâ, 1911) behauptete er 1882, das von Platon beschriebene Atlantis habe im Atlantik gelegen und sei der gemeinsame Ursprung der FrĂźhen Hochkulturen sowohl im Mittelmeerraum (speziell im Alten Ăgypten) als auch in Mittelamerika.cite-ref-38[38] Dabei stĂźtzt er sich unter anderem auf die Forschungen von Charles Ătienne Brasseur de Bourbourg und Augustus Le Plongeon. Er glaubte auch, Atlantis sei die Urheimat der Arier.cite-ref-39[39] Donnelly beschrieb Atlantis als agrarisches Land des Friedens und des GlĂźcks, an das in verschiedenen Zivilisationen erinnert werde, ob als Garten Eden, als Garten der Hesperiden oder als Asgard. In dem nachfolgenden Band Ragnarok â The Age of Fire and Gravel von 1883 beschrieb er dann die ZerstĂśrung dieses Paradieses, nachdem es moralisch korrumpiert worden sei. Dieses Geschichtsnarrativ verstand er als Warnung an die USA seiner Gegenwart.cite-ref-40[40]
Auch in Esoterik und Okkultismus wurde die Geschichte von Atlantis lebhaft rezipiert. In Theosophie, Anthroposophie und Ariosophie wurden die âAtlantierâ als Repräsentanten einer von sieben Menschheitsepochen angesehen, und in der hermetischen Philosophie Cosmique sind sie Ursprung okkulter Lehren. Donnellys Bestseller half, dergleichen Thesen GlaubwĂźrdigkeit zu verleihen.cite-ref-41[41] Bei aller Differenz zieht der Historiker Franz Wegener eine Verbindungslinie zwischen diesen StrĂśmungen, Vertretern der Konservativen Revolution, Welteislehre-Anhängern, Nationalsozialisten und Neuen Rechten und stellt die Hypothese eines âatlantidischen Zielbildesâ auf, âein Zielbild, das seine Träger unbewuĂt in sich beschleunigender Bewegung der SelbstzerstĂśrung entgegeneilen läĂtâ.cite-ref-42[42]
So wurden vor allem im deutschen Sprachraum in der Zeit der Weimarer Republik und während des Dritten Reiches in vĂślkischen und nationalsozialistischen Kreisen Modelle der Atlantis-Rezeption kultiviert, deren Verfechter Platons versunkenes Inselreich vor allem in der Nordsee sowie am Nordpol â dem angeblichen nordischen Urkontinent Arktogäa â lokalisierten oder mit dem sagenhaften Thule gleichsetzten und es zur Urheimat der âarischen Herrenrasseâ erklärten. Zu den Wegbereitern dieser rassistisch-ideologischen Rezeption des Atlantisberichts gehĂśrte vor allem Guido von List, einer der Protagonisten der so genannten Ariosophie; seinerzeit bekannte Autoren entsprechender Atlantis-Literatur waren zum Beispiel Karl Georg Zschaetzsch,cite-ref-43[43] Herman Wirth,cite-ref-44[44] und Heinrich Pudor.cite-ref-45[45] Ăber Alfred Rosenberg und Heinrich Himmler wurde die Atlantis-Idee Teil der inoffiziellen NSDAP-Parteiideologie.
Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus wurde derartiges Ideengut zunächst vorwiegend auĂerhalb Deutschlands propagiert, zum Beispiel von Julius Evola und dem rechtsextremen chilenischen Autor Miguel Serrano.cite-ref-46[46] Hierzulande wurden nach 1945 aber auch ânordischeâ Atlantis-Konzepte, die nicht der âario-atlantistischenâ Traditionslinie zuzurechnen sind, in Kreisen der âAltenâ und âNeuen Rechtenâ begeistert aufgegriffen und ideologisch instrumentalisiert, vor allem JĂźrgen Spanuths Verortung von Atlantis bei Helgoland und seine These, die Atlanter seien dem nordischen Kulturkreis der Bronzezeit zuzurechnen.cite-ref-47[47]
Mitunter wird Atlantis als Synonym fĂźr eine reiche und mächtige Kultur gebraucht, die plĂśtzlich und unerwartet unterging. So sprach beispielsweise T. E. Lawrence von der einst prachtvollen, jedoch später versandeten sĂźdarabischen Metropole Ubar als âAtlantis der WĂźsteâ (engl. âAtlantis of the Sandsâ). Auch der sagenhafte, untergegangene Ostseehafen Vineta wird gelegentlich als âAtlantis des Nordensâ bezeichnet. In der Belletristik ist kaum mehr als diese Versinnbildlichung Atlantis geblieben, die seit etwa 1850 von Schriftstellern verstärkt aufgegriffen wird. In Jules Vernes 20.000 Meilen unter dem Meer etwa besuchen Kapitän Nemo und Professor Aronnax die Ruinen von Atlantis am Meeresgrund. Als Symbol fĂźr eine fantastische Gegenwelt erscheint Atlantis bereits 1814 in der romantischen Novelle Der goldne Topf von E. T. A. Hoffmann.
Siehe auch
Antike Rezeption
⢠Claudius Aelianus, De natura animalium 15, 2 (â deutsche Ăbersetzung von Friedrich Jacobs 1841)
⢠Kosmas Indikopleustes, Topographia Christiana 12 (archive.org englische Ăbersetzung von John Watson McCrindle 1897)
⢠Plinius, Naturalis historia 2, 92 (90) (archive.org deutsche Ăbersetzung von Philipp Hedwig KĂźlb 1840, â englische Ăbersetzung von John Bostock und Henry Thomas Riley 1893)
⢠Plutarch, Solon 26, 1 â Internet Archive (mit englischer Ăbersetzung von Bernadotte Perrin 1914)
⢠Plutarch, Solon 31, 3 â Internet Archive (mit englischer Ăbersetzung von Bernadotte Perrin 1914)
⢠Plutarch, Solon 32, 1 â Internet Archive (mit englischer Ăbersetzung von Bernadotte Perrin 1914)
⢠Proklos, in Timaeum 1, 24 AâE (archive.org englische Ăbersetzung von Thomas Taylor 1820)
⢠Proklos, in Timaeum 1, 53 BâC (archive.org englische Ăbersetzung von Thomas Taylor 1820)
⢠Proklos, in Timaeum 1, 53 EâF (archive.org englische Ăbersetzung von Thomas Taylor 1820)
⢠Proklos, in Timaeum 1, 54 F (archive.org englische Ăbersetzung von Thomas Taylor 1820)
⢠Strabon, Geographica II 102 bzw. 2, 3, 6 (archive.org deutsche Ăbersetzung von Albert Forbiger 1856)
Literatur
⢠Ernst Hugo Berger: Atlantis. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,2, Stuttgart 1896, Sp. 2116â2118.
⢠Reinhold Bichler: Athen besiegt Atlantis. Eine Studie Ăźber den Ursprung der Staatsutopie. In: Canopus. 20, 1986, Nr. 51, S. 71â88.
⢠Wilhelm Brandenstein: Atlantis. Wien 1951.
⢠Burchard Brentjes: Atlantis. Geschichte einer Utopie. DuMont, KÜln 1993, ISBN 3-7701-2910-5.
⢠Richard Ellis: Imagining Atlantis. Knopf, New York 1998, ISBN 0-679-44602-8.
⢠Paul Friedländer: Platon I. Seinswahrheit und Lebenswirklichkeit. de Gruyter, Berlin 1954. (1975, ISBN 3-11-004049-2).
⢠Angelos George Galanopoulos, Edward Bacon: Die Wahrheit Ăźber Atlantis. Wilhelm Heine Verlag, MĂźnchen 1976, ISBN 3-453-00654-2 (englisch: Truth Behind the Legend. Ăbersetzt von Helga KĂźnzel).
⢠Jean GattefossĂŠ, Claudius Roux: Bibliographie de lâAtlantide et des questions connexes. Impr. Bosc frères & Riou, Lyon 1926.
⢠Friedrich Gisinger: Zur geographischen Grundlage von Platons Atlantis. In: Klio. 26, 1933, ISSN 0075-6334, S. 32â38.
⢠Joscelyn Godwin: Arktos: The Polar Myth in Science, Symbolism, and Nazi Survival., Kempton ILL 1996
⢠Herwig GĂśrgemanns: Wahrheit und Fiktion in Platons Atlantis-Erzählung. In: Hermes. Band 128, 2000, ISSN 0018-0777, S. 405â420.
⢠Williams K. C. Guthrie: The later Plato and the Academy. A History of Greek Philosophy. Band 5, Cambridge 1980.
⢠Paul Jordan: The Atlantis Syndrome. Sutton Publishing, Stroud Glou 1994, ISBN 0-7509-3518-9.
⢠Zdenek Kukal: Atlantis in the Light of Modern Research. Academia, Prag 1984.
⢠Spyridon Marinatos: Some words about the legend of Atlantis. 2. Auflage Papachysanthou, Athens 1972.
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⢠Gianfranco Mosconi: I numeri dellâAtlantide: Platone fra esigenze narrative e memorie storiche. In: Rivista di Cultura Classica e Medioevale. Jahrgang 55, Nr. 1, 2010, S. 331â360.
⢠Otto Muck: Alles ßber Atlantis: alte Thesen, neue Forschungen. Mitautor Theodor Mßller-Alfeld, Herausgeber F. Wackers. Econ, Mßnchen 1976, ISBN 3-430-16837-6.
⢠Heinz-Gßnther Nesselrath: Platon und die Erfindung von Atlantis. K. G. Saur, Mßnchen/Leipzig 2002, ISBN 3-598-77560-1.
⢠Gunnar Rudberg: Atlantis och Syrakusai. 1917. (Atlantis and Syracuse. 2012, ISBN 978-3-8482-2822-5).
⢠Edwin S. Ramage (Hrsg.): Atlantis. Mythos, Rätsel, Wirklichkeit? Umschau, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-524-69010-6.
⢠Lyon Sprague de Camp: Versunkene Kontinente. Von Atlantis, Lemuria und anderen untergegangenen Zivilisationen. Heyne, Mßnchen 1975, ISBN 3-453-00504-X.
⢠Thomas A. SzlezĂĄk: Atlantis und Troia, Platon und Homer. Bemerkungen zum Wahrheitsanspruch des Atlantis-Mythos. In: Studia Troica. Band 3, 1993, ISSN 0942-7635, S. 233â237.
⢠Pierre Vidal-Naquet: Athen und Atlantis. Struktur und Bedeutung eines platonischen Mythos. In: Pierre Vidal-Naquet: Der Schwarze Jäger. Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-593-33965-X, S. 216â232.
⢠Pierre Vidal-Naquet: Atlantis. Geschichte eines Traums. Aus dem FranzÜsischen von A. Lallemand. C. H. Beck, Mßnchen 2006, ISBN 3-406-54372-3.(books.google.de) Teilansicht
⢠Franz Wegener: Das atlantidische Weltbild. Nationalsozialismus und Neue Rechte auf der Suche nach der versunkenen Atlantis. KulturfÜrderverein Ruhrgebiet KFVR, Gladbeck 2003, 3. stark erw. Auflage 2014
Quellensammlung
⢠Oliver Kohns, Ourania Sideri: Mythos Atlantis. Texte von Platon bis J. R. R. Tolkien. Reclam-Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-15-020178-7.
Weblinks
Wiktionary: Atlantis
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Commons
: Atlantis
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Atlantis
â Quellen und Volltexte
⢠Platon: Timaios. www.zeno.org, abgerufen am 20. Januar 2011 (Ăbersetzung: Franz Susemihl, 1856).
⢠Platon: Kritias. www.zeno.org, abgerufen am 20. Januar 2011 (Ăbersetzung: Franz Susemihl, 1857).
⢠Atlantis-Scout Umfangreiches Info-Portal zu Platons Atlantis incl. Download-Center mit Beiträgen und einer Ăbersetzung der Dialoge Timaios und Kritias
⢠Wissenschaftliche Literatur ßber Atlantis zusammengestellt von Rainer W. Kßhne.
⢠James W. Mavor Jr.: Das minoische Atlantis des Dr. Angelos Galanopulos. wiki.atlantisforschung.de, abgerufen am 7. Januar 2011.
Einzelnachweise
cite-note-mor-11. â Kathryn A. Morgan: Designer History â Platoâs Atlantis Story and Fourth-Century Ideology. In: The Journal of Hellenic Studies. Nr. 118. Hellenic Society, November 1998, ISSN 0075-4269, S. 101â118, hier: S. 107 (de.scribd.com [abgerufen am 10. Dezember 2014]).
cite-note-22. â Plutarch: Parallele Lebensbeschreibungen: Solon. XXXII. 1â2 (Original und englische Ăbersetzung â Internet Archive von Bernadotte Perrin).
cite-note-vin-44. â Pierre Vidal-Naquet: Athen und Atlantis. Struktur und Bedeutung eines platonischen Mythos. In: Pierre Vidal-Naquet: Der schwarze Jäger. Denkformen und Gesellschaftsformen in der griechischen Antike. Lang, Frankfurt 1989, ISBN 3-593-33965-X, S. 216â232.
cite-note-guth-55. â William Keith Chambers Guthrie: The later Plato and the Academy. In: A History of Greek Philosophy. Band 5. Cambridge University Press, Cambridge 1978, ISBN 0-521-29420-7 (archive.org).
cite-note-66. â Pierre Vidal-Naquet: Athen und Atlantis. Struktur und Bedeutung eines platonischen Mythos. In: Pierre Vidal-Naquet: Der schwarze Jäger. Denkformen und Gesellschaftsformen in der griechischen Antike. Lang, Frankfurt 1989, ISBN 3-593-33965-X, S. 231 f.
cite-note-nes1-77. â Heinz-GĂźnther Nesselrath: Platon und die Erfindung von Atlantis (= Lectio Teubneriana XI). K. G. Saur, MĂźnchen / Leipzig 2002, ISBN 3-598-77560-1, S. 38.
cite-note-88. â Heinz-GĂźnther Nesselrath: Platon und die Erfindung von Atlantis (= Lectio Teubneriana. XI). K. G. Saur, MĂźnchen/Leipzig 2002, S. 32 f.
cite-note-szl-99. â Thomas A. SzlezĂĄk: Atlantis und Troia, Platon und Homer. Bemerkungen zum Wahrheitsanspruch des Atlantis-Mythos. In: Studia Troica. Nr. 3/1993. Philipp von Zabern, 1993, ISSN 0942-7635, S. 233â237, hier: S. 235 f.
cite-note-rud-1010. â Gunnar Rudberg: Atlantis and Syracuse â Did Platoâs experiences on Sicily inspire the legend? Hrsg.: Thorwald C. Franke. Books on Demand, Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8482-2822-5 (schwedisch: Atlantis och Syrakusai â En studie till Platons senare skrifter. Uppsala 1917. Ăbersetzt von Cecelia Murphy).
cite-note-sdc-1111. â Lyon Sprague de Camp: Versunkene Kontinente â Von Atlantis, Lemuria und anderen untergegangenen Zivilisationen (= Heyne-BĂźcher. Nr. 7010). Heyne, MĂźnchen 1975, ISBN 3-453-00504-X, S. 241 (englisch: Lost Continents â The Atlantis Theme in History, Science, and Literature. New York 1954. Ăbersetzt von Brigitte Straub).
cite-note-1212. â Heinz-GĂźnther Nesselrath: Platon und die Erfindung von Atlantis (= Lectio Teubneriana. XI). K. G. Saur, MĂźnchen/Leipzig 2002, S. 26 f.
cite-note-1313. â Pierre Vidal-Naquet: Athen und Atlantis. Struktur und Bedeutung eines platonischen Mythos. In: Pierre Vidal-Naquet: Der schwarze Jäger. Denkformen und Gesellschaftsformen in der griechischen Antike. Lang, Frankfurt 1989, ISBN 3-593-33965-X, S. 228.
cite-note-1414. â Heinz-GĂźnther Nesselrath: Platon und die Erfindung von Atlantis (= Lectio Teubneriana. XI). K. G. Saur, MĂźnchen/Leipzig 2002, S. 25.
cite-note-1616. â Thomas H. Martin: Dissertation sur lâAtlantide. In: Thomas H. Martin: Ătudes sur le TimĂŠe de Platon. Band 1, Paris 1841, S. 257â332.
cite-note-ram-1717. â John V. Luce: Die literarische Perspektive â Die Quellen und die literarische Form von Platons Atlantis-Erzählung. In: Edwin S. Ramage (Hrsg.): Atlantis â Mythos, Rätsel, Wirklichkeit? Umschau, Frankfurt am Main 1979, ISBN 978-3-524-69010-0, S. 65 ff. (englisch: Atlantis â Fact Or Fiction? Bloomington, Indiana 1978. Ăbersetzt von Hansheinz Werner).
cite-note-brandenstein-1818. â Wilhelm Brandenstein: Atlantis â GrĂśĂe und Untergang eines geheimnisvollen Inselreiches (= Arbeiten aus dem Institut fĂźr allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft der Universität Graz. Nr. 3). Gerold & Co., Wien 1951.
cite-note-1919. â John V. Luce: Die literarische Perspektive â Die Quellen und die literarische Form von Platons Atlantis-Erzählung. In: Edwin S. Ramage (Hrsg.): Atlantis â Mythos, Rätsel, Wirklichkeit? Umschau, Frankfurt am Main 1979 (Originaltitel: Atlantis â Fact Or Fiction? Bloomington, Indiana 1978, Ăźbersetzt von Hansheinz Werner), ISBN 978-3-524-69010-0, S. 89 f.
cite-note-goe-2020. â Herwig GĂśrgemanns: Wahrheit und Fiktion in Platons Atlantis-Erzählung. In: Hermes. Zeitschrift fĂźr klassische Philologie. Nr. 128. Franz Steiner, Stuttgart 2000, S. 405â419 (Teilansicht [abgerufen am 11. Dezember 2014]).
cite-note-2121. â Reinhold Bichler: Atlantis. In: Der Neue Pauly. Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte. Band 13, J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 1999, Sp. 335 f.
cite-note-2222. â Strabon: Geographica. 2, 3, 6. (archive.org deutsche Ăbersetzung von Albert Forbiger 1856)
cite-note-2323. â Vergleiche etwa Ernst Hugo Berger: Atlantis. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,2, Stuttgart 1896, Sp. 2117.
cite-note-2424. â Andreas Hartmann: Atlantis. Wissen, was stimmt. Herder, Freiburg im Breisgau 2010, ISBN 978-3-451-06115-8, S. 61 und 64; Heinz-GĂźnther Nesselrath: Atlantis nach Platon â Bemerkungen zu einer neuen Rezeptionsgeschichte der von Platon erfundenen Insel. In: Jahresheft des Vereins der GĂśttinger Freunde der antiken Literatur. Nr. 16 (2017), S. 12â24.
cite-note-2525. â Heinz-GĂźnther Nesselrath: Atlantis auf ägyptischen Stelen? Der Philosoph Krantor als Epigraphiker. In: Zeitschrift fĂźr Papyrologie und Epigraphik. 135, 2001, S. 33â35, hier: S. 34. (online, PDF-Datei, 49,73 kB).
cite-note-2626. â Matthias Baltes: Numenios von Apamea und der Platonische Timaios. In: Festgabe fĂźr O. Hiltbrunner zum 60. Geburtstag (= Vigil. Christ. Band 29 [1975]). MĂźnster 1973, S. 241â270, Nr. 1, hier S. 5 (books.google.de â Teilansicht).
cite-note-2727. â Josef Karst: Eusebius Werke fĂźnfter Band. Die Chronik aus dem Armenischen Ăźbersetzt mit textkritischem Commentar (= Die griechischen christlichen Schriftsteller der ersten drei Jahrhunderte. Band 20) Hinrichs, Leipzig 1911, S. 160 (Digitalisat).
cite-note-2828. â William Adler, Paul Tuffin (Ăbers.): The Chronography of George Synkellos. A Byzantine Chronicle of Universal History from the Creation. Oxford University Press, Oxford 2002, S. 227
cite-note-2929. â Rudolf Helm: Eusebius Werke. Siebenter Band, Erster Teil. Die Chronik des Hieronymus (= Die griechischen christlichen Schriftsteller der ersten drei Jahrhunderte. Band 24) Hinrichs, Leipzig 1913, Blatt 42 (Digitalisat)
cite-note-3030. â BartolomĂŠ de Las Casas: Historia de las Indias. 1527 ff., zitiert nach Burchard Brentjes: Atlantis. Geschichte einer Utopie. DuMont, KĂśln 1993, ISBN 3-7701-2910-5, S. 66.
cite-note-3131. â Girolamo Fracastoro: Syphilis sive Morbus gallicus. Bd. 3, 1530 (books.google.de Ausgabe von 1536).
cite-note-3232. â T. Campanella: Civitas Solis, idea republicae philosophicae. 1623 (zeno.org deutsche Ăbersetzung).
cite-note-hei-3333. â Klaus J. Heinisch: Der utopische Staat. Morus Utopia. Campanella Sonnenstaat. Bacon Nova Atlantis. 26. Auflage. Rowohlt, Reinbek 2001, ISBN 3-499-45068-2, S. 188 f.
cite-note-bre-3434. â Burchard Brentjes: Atlantis â Geschichte einer Utopie. DuMont, KĂśln 1993, ISBN 978-3-7701-2910-2, S. 89.
cite-note-3535. â Zur âEntdeckungsgeschichteâ in der Neuzeit siehe insgesamt: Pierre Vidal-Naquet: Atlantis. Geschichte eines Traums. C. H. Beck, MĂźnchen 2006, ISBN 3-406-54372-3, S. 57â76.
cite-note-3636. â Pierre Vidal-Naquet: Athen und Atlantis. Struktur und Bedeutung eines platonischen Mythos. In: Pierre Vidal-Naquet: Der schwarze Jäger. Denkformen und Gesellschaftsformen in der griechischen Antike. Lang, Frankfurt 1989, ISBN 3-593-33965-X, S. 219.
cite-note-3737. â Kenneth L. Feder: Encyclopedia of Dubious Archaeology. From Atlantis to the Walam Olum. ABC Clio, Santa Barbara, CA 2010, S. 89.
cite-note-3838. â Ignatius Donnelly: Atlantis â The antediluvian World. Harper & Brothers, New York 1882. (sacred-texts.com abgerufen am 15. März 2014); auch zum Folgenden Richard Ellis: Imagining Atlantis. Knopf, New York 1998, S. 38â44.
cite-note-3939. â Isaac Lubelsky: Mythological and Real Race Issues in Theosophy. In: Olav Hammer, Mikael Rothstein (Hrsg.): Handbook of the Theosophical Current. Brill, Leiden 2013, S. 340.
cite-note-4040. â Jean Pfaelzer: The Utopian Novel in America, 1886â1896. The Politics of Form. University of Pittsburgh Press, Pittsburgh, PA 1984, S. 122.
cite-note-4141. â Isaac Lubelsky: Mythological and Real Race Issues in Theosophy. In: Olav Hammer, Mikael Rothstein (Hrsg.): Handbook of the Theosophical Current. Brill, Leiden 2013, S. 340.
cite-note-4242. â Franz Wegener: Das atlantidische Weltbild. Nationalsozialismus und Neue Rechte auf der Suche nach der versunkenen Atlantis. KulturfĂśrderverein Ruhrgebiet KFVR, Gladbeck 2003, 3. stark erw. Auflage 2014. Reihe: Politische Religion des Nationalsozialismus, Abt. 1_ Das Wasser. ISBN 1-4936-6866-8 Zusammenfassung nach Wegener: Das atlantidische Weltbild. (Memento vom 30. April 2009 im Internet Archive).
cite-note-4343. â Karl Georg Zschaetsch: Atlantis, die Urheimat der Arier. Arier-Verlag, Berlin 1934.
cite-note-4444. â Herman Wirth: Der Aufgang der Menschheit. Untersuchungen zur Geschichte der Religion, Symbolik und Schrift der atlantisch-nordischen Rasse. E. Diederichs, Jena 1928.
cite-note-4545. â Heinrich Pudor: VĂślker aus Gottes Athem. Atlantis-Helgoland, das arisch-germanische Rassenhochzucht- und Kolonisations-Mutterland. Leipzig 1936.
cite-note-4646. â Miguel Serrano: Adolf Hitler â Der letzte Avatar. 1984 â Alfabeta Impresores, Santiago/Chile 2004.
cite-note-4747. â JĂźrgen Spanuth: ⌠und doch: Atlantis enträtselt! â Eine Entgegnung von JĂźrgen Spanuth. OsnabrĂźck (Otto Zeller Verlag) 1957 und 1980.